Prof. Dr.
Annette Peters

Annette Peters ist Direktorin des Instituts für Epidemiologie bei Helmholtz Munich und hat den Lehrstuhl für Epidemiologie an der medizinischen Fakultät der Ludwig-Maximilians-Universität München inne. Sie ist eine international anerkannte Expertin auf dem Gebiet der Umwelt- und Molekularepidemiologie, ihr besonderer Schwerpunkt sind chronische Krankheiten und gesundes Altern. Ein Herzstück ihrer Forschung sind große, bevölkerungsbezogene Kohortenstudien, etwa die auf 20-30 Jahre angelegte größte deutsche Gesundheitsstudie NAKO oder die Augsburger KORA-Kohorte, in der seit Mitte der 1980er Jahre mehr als 18.000 Personen durch regelmäßigen Untersuchungen begleitet werden.
Annette Peters steht für Gespräche, Interviews oder Anhörungen zur Verfügung zu den Themen:
- Langzeitstudien zur Gesundheitsentwicklung der Bevölkerung (u.a. NAKO Gesundheitsstudie und KORA Studie)
- Epidemiologische Datenerhebung, Qualitätssicherung und Datenauswertung
- Gesundheitliche Bewertung von Umweltbelastungen, insbesondere Feinstaub und Ultrafeinstaub
- Klimawandel und Gesundheit
- Molekulare Epidemiologie
- Biobanking und Forschung an Biomarkern zur Früherkennung von Krankheiten
- Gesundes Altern
Annette Peters studierte Biologie und Mathematik in Deutschland und Epidemiologie an der Harvard School of Public Health, Boston, USA. Sie leistete Pionierarbeit bei der Ermittlung des Zusammenhangs von Feinstaub und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Die Rolle der Luftverschmutzung bei der Entstehung chronischer Krankheiten zu verstehen, bleibt ein wichtiger Bereich ihrer Forschung, aber heute reichen ihre Schwerpunkte von der Umwelt- bis zur Molekularepidemiologie kardiometabolischer Erkrankungen. Mit großen, bevölkerungsbasierten Kohortenstudien untersuchen sie und ihr Team, wie genetische, molekulare, umwelt- und verhaltensbedingte Risikofaktoren Gesundheit und Krankheit im Zusammenspiel beeinflussen. Zentrale Aspekte ihrer Forschungsarbeit sind die Alterung der Gesellschaft, der Klimawandel und die Frage, wie beides die Gesundheit heute und in Zukunft beeinflusst. Für diese Themen ist die Epidemiologin auch bei der Weltgesundheitsorganisation WHO eine gefragte Expertin.
Annette Peters ist federführend an der NAKO Gesundheitsstudie beteiligt, in der seit 2014 bundesweit mehr als 205.000 zufällig ausgewählte Männer und Frauen regelmäßig umfassend medizinisch untersucht und nach ihren Lebensgewohnheiten befragt werden. Ziel der Studie ist es, mit Daten zu Lebensstil, Umwelt und Genetik die Ursachen von Volkskrankheiten wie z. B. Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs, Diabetes und Infektionskrankheiten besser zu verstehen, Risikofaktoren zu erkennen und Wege einer wirksamen Vorbeugung aufzuzeigen. Die NAKO ist ein gemeinsames Vorhaben von 25 deutschen Forschungsinstitutionen und wird durch den Bund, die Länder und die Helmholtz-Gemeinschaft finanziert.
Annette Peters ist als Principal Investigator verantwortlich für das NAKO-Studienzentrum in Augsburg und das NAKO Biorepository, die zentrale Biobank der Studie auf dem Forschungscampus von Helmholtz Munich. Im Biorepository werden die Bioproben, darunter Blut, Urin, Stuhl, Speichel und Nasenabstrich für Forschungszwecke archiviert.
Annette Peters war von 2018 bis 2022 Vorsitzende des NAKO-Vorstands und hat in dieser Phase unter anderem mit der Erhebung zusätzlicher Daten begonnen, um zu einem besseren Verständnis der gesundheitlichen Auswirkungen der COVID-19-Pandemie beizutragen. Ab 2025 wird sie den Vorsitz erneut für drei Jahre übernehmen.
Sie publiziert über ihre Forschungsthemen in internationalen renommierten Fachjournalen wie „New England Journal of Medicine“, „The Lancet“ oder „Cell“.
- seit 2018 Direktorin des Instituts für Epidemiologie, Helmholtz Zentrum München
- seit 2017 Inhaberin des Lehrstuhls für Epidemiologie am Institut für medizinische Informationsverarbeitung, Biometrie und Epidemiologie der medizinischen Fakultät der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München
- 2008 - 2028 Adjunct Associate Professor am Department of Environmental Health der Harvard School of Public Health, Boston, USA
- 2003 - 2017 Privatdozentin für Epidemiologie, Medizinische Fakultät, LMU
- 2001 - 2010 Leiterin der Arbeitsgruppen “Health Effects of Ambient Air Pollution” und “Epidemiology of Chronic Diseases” (seit 2007) am Institut für Epidemiologie, GSF (heute Helmholtz Munich)
- Post-doctoral Fellow am Institut für Epidemiologie, GSF und im Environmental Epidemiology Program, Harvard School of Public Health
- 2003 Habilitation im Bereich Epidemiologie, LMU
- 1998 Master in Epidemiologie, Harvard School of Public Health, Boston, USA (M. Sc.)
- 1996 Promotion in Epidemiologie, LMU (Dr. rer. biol. hum.)
- Studium der Biologie und Mathematik, Universitäten Konstanz und Tübingen (Diplom 1992)
Auszeichnungen (Auswahl)
- 2021 Fellow der International Society of Environmental Epidemiology
- 2019 John Goldsmith Award der International Society of Environmental Epidemiology
- 2005 Johann-Peter-Süßmilch-Medaille der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie
- 2000 David V. Bates Award der American Thoracic Society, USA
Arbeit in nationalen und internationalen Gremien (Auswahl)
- 2019 - 2026 Mitglied des wissenschaftlichen Beirats für den Bereich „Luftverschmutzung & Gesundheit“ bzw. „Luftverschmutzung, Energie & Gesundheit“ der Weltgesundheitsorganisation (WHO, Genf, Schweiz)
- 2015 - 2018 Mitglied im Vorstand der NAKO Gesundheitsstudie, 2018 - 2022 und 2025 - 2028 NAKO Vorstandsvorsitzende
- seit 1995 Mitglied der International Society for Environmental Epidemiology (ISEE), 2003 - 2005 ISEE Councilor, 2012 - 2013 ISEE Präsidentin, 2015 - 2017 Mitglied im ISEE Policy Committee
- seit 2017 Mitglied des wissenschaftlichen Beirats des Barcelona Institute for Global Health (ISGlobal, Barcelona, Spanien), 2024 – 2027 Vorsitzende des Beirats