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06.11.2026

Der Ozean auf der Weltklimakonferenz: Helmholtz-Expertise vor Ort

Bildausschnitt: Wellen auf dem Meer
Bildausschnitt: Wellen auf dem Meer

Expert:innen des GEOMAR sind auch in diesem Jahr wieder auf der COP und bringen ihre Expertise zu Ozeanbeobachtung, Küstenökosystemen und marinen Kohlenstoffsenken ein.

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Zu den zehn Schwerpunktthemen der COP31-Präsidentschaft gehört das Thema „Oceans and Seas“. Gemeinsam mit internationalen Partnerinstitutionen bringen Wissenschaftler:innen des GEOMAR Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung Kiel im Ocean Pavilion in der sogenannten Blue Zone, dem offiziellen Bereich, in dem auch die Verhandlungen stattfinden, ihre Expertise ein. Die türkische Präsidentschaft will in Antalya zudem eine gemeinsame Ozean-Erklärung der Staaten erreichen, die Antalya Ocean Declaration.

Prof. Dr. Katja Matthes, Direktorin des GEOMAR Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung Kiel: 

„Jedes Zehntelgrad, das wir vermeiden, zählt. Es ist nicht zu spät, die Folgen für den Ozean und für uns Menschen zu begrenzen. Dafür müssen die Emissionen jetzt schnell und deutlich sinken. Die Weltklimakonferenz in Antalya ist eine Chance, die internationale Zusammenarbeit dafür zu bekräftigen.“

Portraitbild Katja Matthes

Prof. Dr. Katja Matthes, Direktorin des GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel

Ocean Pavillion 

Der Ocean Pavilion bringt Akteure zusammen, die sich dafür einsetzen, dass ozeanbezogene Lösungen bei der Reaktion der Welt auf die Klimakrise als entscheidend anerkannt werden. Während der zweiwöchigen Konferenz bietet der Pavillon mehr als 65 Veranstaltungen an. Das GEOMAR ist als Partner im internationalen Ocean Pavillion beteiligt. 

Weitere Informationen

  • Donnerstag, 12. November 2026, 10:30 bis 11:30 Uhr, German Climate Pavilion: Where Blue Meets Green: Synergies between Climate Mitigation and Coastal Ecosystems (Veranstaltung unter Leitung von DBU und GEOMAR mit Prof. Dr. Katja Matthes)
  • Donnerstag, 12. November 2026, 12:45 bis 13:35 Uhr, Ocean Pavilion: Harnessing Synergies and Strengthening the Role of the Ocean in NDCs (mit Prof. Dr. Katja Matthes)
  • Freitag, 13. November 2026, 10:15 bis 11:05 Uhr, Ocean Pavilion: A Close Eye on our Ally: Unlocking the Social, Economic and Financial Values of Ocean Observation (mit Prof. Dr. Katja Matthes)
  • Dienstag, 17. November 2026, 10:15 bis 11:05 Uhr, Ocean Pavilion: Navigating Ocean-based Technologies: The 2026 Climate Technology Progress Report (CTPR) (mit Dr. Judith Ziegler)
Dr. Toste Tanhua | "Die Notwendigkeit einer kontinuierlichen Beobachtung des Ozeans steht inzwischen auf der Agenda der UN-Klimakonferenzen (UNFCCC COP)." 

Toste Tanhua ist chemischer Ozeanograph am GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel und leitet die Arbeitsgruppe „Ozeanbeobachtung und Tracer“. Er untersucht, wie Wassermassen im Ozean zirkulieren und durchmischt werden und wie Sauerstoff, Kohlenstoff und Nährstoffe im Meer transportiert werden. Er ist sehr aktiv im Aufbau von Ozean-Beobachtungssystemen, die kritische Ozeandaten liefern können. Welche Lösungen bringt er mit nach Antalya?

Expertise

Sie fahren zur COP — welche Lösungen bringen Sie mit nach Antalya?

"Ich bin Meeresforscher, und der Ozean ist der zentrale Motor des Klimas und des Klimawandels. Meine Botschaft ist, dass wir den Ozean ausreichend beobachten müssen, um den Klimawandel zu überwachen und seine Auswirkungen auf den Ozean, das Leben im Meer und die Blue Economy zu bewerten. Bislang verfügen wir nicht über ein Meeresbeobachtungssystem, das leistungsfähig genug ist, um die Auswirkungen von Klimaschutzmaßnahmen zu verstehen und die Folgen des Klimawandels umfassend zu erfassen."

Toste Tanhua

Dr. Toste Tanhua, GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel

Welche Erkenntnis aus Ihrem Forschungsbereich sollte sich in den Ergebnissen der COP31 widerspiegeln?

"Die COP31 könnte eine Ozean-COP werden. Der Ozean nimmt rund 30 Prozent der gesamten menschengemachten CO₂-Emissionen auf. Die Unsicherheit bei dieser Schätzung liegt jedoch bei etwa 25 Prozent – das entspricht in etwa den gesamten CO₂-Emissionen der EU. Durch den verstärkten Einsatz von Schiffen, die CO₂-Messungen im Ozean durchführen, insbesondere in bislang unzureichend untersuchten Meeresgebieten, sowie durch verbesserte Modelle könnten wir diese Unsicherheit erheblich reduzieren. Unser Ziel ist es, sie auf 10 Prozent zu senken."

Wo wurden wissenschaftliche Erkenntnisse bereits aufgegriffen — was ist gut gelaufen?

"Die Notwendigkeit einer kontinuierlichen Beobachtung des Ozeans steht inzwischen auf der Agenda der UN-Klimakonferenzen (UNFCCC COP). Auch die EU hat dieses Thema im Rahmen ihres Ocean Pact aufgegriffen, unter anderem mit der Initiative zur Meeresbeobachtung und jüngst mit dem Start des OceanEye-Aufrufs.
Vor einigen Wochen wurde zudem am Rande der UN-Generalversammlung eine internationale Allianz zur Unterstützung des Global Ocean Observing System (GOOS) ins Leben gerufen. Den Vorsitz bei der Auftaktveranstaltung führten die Präsidentin der Europäischen Kommission und der Premierminister Kanadas. Das ist erst der Anfang eines langen Weges. Gleichzeitig zeichnet sich eine zunehmende Dynamik ab, die darauf abzielt, den Ozean und seine Rolle im Klimawandel besser zu verstehen."

Dr. Judith Ziegler ist Wissenschaftliche Projektmanagerin bei der DAM-Forschungsmission CDRmare und beim Konsortium ASMASYS II. Im Fokus ihrer Arbeit steht die Kohlenstoffaufnahme im Ozean. 

Judith Ziegler stellt auf einem Panel das Kapitel 2 zur Ozean-Kohlenstoffsenke des Climate Technology Progress Reports 2026 (UNEP-CCC/UNFCCC) vor, das sie mitverfasst hat. 

The Climate Technology Progress Report 2026

 

Expertise

Welche Erkenntnis aus Ihrem Forschungsbereich sollte sich in den Ergebnissen der COP31 widerspiegeln?

"Ohne den Ozean wäre die Erderwärmung heute deutlich weiter fortgeschritten, denn er hat fast 30 Prozent des CO₂ aufgenommen, das wir Menschen ausgestoßen haben. Wir sollten uns aber nicht darauf verlassen, dass das so bleibt: Schon jetzt nimmt der Ozean wegen des Klimawandels rund sechs Prozent weniger Kohlenstoff auf, als er es sonst könnte. Die Politik muss deshalb vor allem eine schnelle und deutliche Senkung der Emissionen liefern. Gleichzeitig braucht es eine dauerhafte, international getragene Ozeanbeobachtung, die das Zusammenspiel physikalischer, chemischer und biologischer Prozesse erfasst. Erst damit können wir Veränderungen der Senke früh erkennen und auch die Wirkung potenzieller mariner CO₂-Entnahme bewerten."

Judith Ziegler

Dr. Judith Ziegler, GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel

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