Christoph Wöhrle

Starkregen und Hitze – neue Details zum Klimawandel

Die globale Erderwärmung schreitet voran. Längst ist die 1-Grad-Marke über-schritten. Die Folgen sind auch in Deutschland spürbar: Die Zahl der Hitzetage etwa nimmt zu, Extremwetterereignisse werden häufiger. Doch wie sieht es konkret bis zum Ende des Jahrhunderts aus? Forschende des Climate Service Center Germany (GERICS), einer Einrichtung des Helmholtz-Zentrums Hereon, haben hierzu „Klimaausblicke“ für Regionen und Landkreise entwickelt. Damit stellen sie mögliche Klimaänderungen für die kommen-den Jahrzehnte anhand von 17 Kennwerten bereit.

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Daten erlauben den direkten Vergleich

Die Analyse der Daten hat ein Jahr in Anspruch genommen. Die Ergebnisse zeigen, wo sich der Klimawandel in Deutschland am stärksten bemerkbar machen könnte. Für jedes der 401 untersuchten Gebiete liegt ein eigener Klimaausblick vor. So zeigt etwa der Klimaausblick für den Landkreis Nordfriesland, dass bei einem weiterhin hohen Ausstoß von Emissionen bis zum Ende des Jahrhunderts verschiedene Klima- und Wetterphänomene zunehmen können. Das gilt für schwüle Temperaturen, tropische Nächte, anhaltende Hitzeperioden und auch für Starkregen. In den Gebirgsregionen der Alpen oder des Schwarzwalds ist unter solchen Bedingungen eine besonders starke Erwärmung zu erwarten.

„Es gibt nach unseren Untersuchungen nicht einen einzigen Landkreis, bei dem alles beim Alten bliebe, falls sich die Emissionen weiterhin auf gleichem Level bewegen oder sogar noch steigen würden. Die Frage ist: Was können wir durch wirksamen Klimaschutz vermeiden, und auf welche Veränderungen müssen wir uns auf alle Fälle vorbereiten?“, sagt Autorin Diana Rechid. Somit sind die Klimaausblicke nicht nur für Experten, die Politik und Behörden eine hilfreiche Informationsquelle. Auch alle Bürger und Bürgerinnen können die Ergebnisse für ihren Heimatort mit denen anderer Landkreise vergleichen – sei es wegen eines geplanten Wohnortswechsels, der Entscheidung, Eigentum zu erwerben, oder um sich generell gegen den Klimawandel zu wappnen.

Eine aufwändige Methodik

Die Datenanalyseverfahren der aktuellen Berichte beruhen auf einer eigens dafür im GERICS neu entwickelten Auswerte Software namens CLIMDEX. Zudem wird mittels statistischer Verfahren eine „Robustheit“ der Modellergebnisse berechnet, und damit die Belastbarkeit der projizierten Klimaänderungen bewertet. Da die Analysen standardisiert und voll automatisiert sind, bieten sie auch in Zukunft eine gute Grundlage für qualitätsgeprüfte Auswertungen. Die Klimaausblicke basieren auf Beobachtungsdaten aus dem HYRAS-Datensatz des Deutschen Wetterdienstes (DWD) und Zukunftsprojektionen regionaler Klimamodelle. Die insgesamt 85 Simulationen mit einer Auflösung von 12,5 Kilometern erstellten viele europäische Forschungsinstitutionen, indem die Ergebnisse globaler Klimamodelle mit unterschiedlichen regionalen Klimamodellen verfeinert wurden. „Sie erlauben eine Abschätzung verschiedener Zukunftsszenarien auf dem neuesten wissenschaftlichen Stand“, sagt Autor Sebastian Bathiany. „Auch mit viel Klimaschutz müssen wir uns auf Veränderungen einstellen. Gerade deshalb sind Klimaprojektionen für die Zukunft so wichtig. Die Anpassung an den Klimawandel vor Ort hat damit eine exaktere Grundlage.“

Das Helmholtz-Zentrum Hereon ist an der Helmholtz-Klima-Initiative beteiligt, in der Helmholtz-Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler den Klimawandel systemisch erforschen. Insgesamt 15 Helmholtz-Zentren bringen hier in 13 Forschungsprojek-ten ihre Klima-Expertise zusammen. Das GERICS leitet den Cluster Netto-Null - Pfade zur Klimaneutralität 2050.

Kontakt:


Uwe Kehlenbeck I  Helmholtz-Zentrum Hereon  I  Climate Service Center Germany (GERICS)   
T: +49  Durchwahl?  I  uwe.kehlenbeck@hereon.de  I  www.hereon.de


Christoph Wöhrle I  Helmholtz-Zentrum Hereon  I  Kommunikation und Medien  
T: +49 (0)4152  87-1648  I  presse@hereon.de  I  www.hereon.de