Sie haben Fragen zum Klimawandel?
Wir haben die Antworten!

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Kinder stehen im Regen in einer Pfütze. Das Flussufer ist überflutet.

Welche Auswirkungen hat der Klimawandel auf die deutschen Küsten?

Die mittlere Oberflächentemperatur der Nordsee in der Deutschen Bucht hat sich zwischen 1969 und 2017 im Durchschnitt um etwa 1,3 Grad Celsius erhöht. Vor der deutschen Ostseeküste wurde seit 1982 ein Anstieg der Wassertemperaturen um rund 1,6 Grad Celsius gemessen. Die genauen Werte variieren je nach Ort und Wassertiefe teils erheblich.

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Grashalme befinden sich vor verschwommenden Windrädern.

Erreichen wir das 1,5 Grad-Ziel?

Bei ungebremsten Emissionen könnte bis Ende des Jahrhunderts die Erwärmung im weltweiten Durchschnitt mehr als vier Grad Celsius betragen. Auf dem UN-Klimagipfel von Paris im Jahr 2015 wurde beschlossen, dass der globale Temperaturanstieg auf „deutlich unter zwei Grad Celsius“ gegenüber vorindustriellem Niveau begrenzt werden soll möglichst sogar auf 1,5 Grad. Setzt sich der bisherige Erwärmungstrend fort, so könnte diese Grenze jedoch bereits in gut einem Jahrzehnt überschritten werden.

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Zweifachsteckdose in der zum einen ein Stecker mit Kabel steckt und zum anderen guckt eine blühende Butterblume heraus.

Ist es möglich, unseren Emissionsausstoß zu verringern?

Auch wenn es zweifellos eine große Herausforderung ist: Schnelle und drastische Minderungen der Treibhausgas-Emissionen sind möglich, das zeigen zahlreiche Studien und auch praktische Erfahrungen. Viele der dafür notwendigen Technologien existieren und sind teilweise bereits unter den heutigen politischen Rahmensetzungen finanziell konkurrenzfähig.

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Ein zerstörtes Korallenriff, welches die Leuchtkraft verloren hat.

Macht ein halbes Grad einen Unterschied?

Selbst scheinbar geringe Beträge bei der globalen Erwärmung können schwerwiegende Folgen haben. Wenn sich die Erde zum Beispiel um 1,5 Grad Celsius gegenüber dem vorindustriellen Niveau erwärmt, werden voraussichtlich 70 bis 90 Prozent der weltweiten Korallenriffe absterben – bei zwei Grad praktisch alle (98 bis 99 Prozent).

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Eine Pflanze steht in der glühenden Sonne.

Verursacht der Klimawandel mehr Hitzewellen und heiße Tage in Deutschland?

In den 1950er Jahren gab es im bundesweiten Mittel pro Jahr etwa drei sogenannte „Heiße Tage“: So bezeichnen Meteorologen Tage, an denen die Temperatur auf 30 Grad Celsius oder höher steigt. Im Zeitraum 1991 bis 2019 stieg die Anzahl „Heißer Tage“ bereits auf durchschnittlich 8,8 Tage pro Jahr. Demgegenüber nahm die mittlere Zahl der sogenannten „Eistage“, also Tage, an denen die Temperatur den ganzen Tag unter 0 Grad Celsius bleibt, im gleichen Zeitraum von 28 auf 19 Tage pro Jahr ab. In Hamburg zum Beispiel gab es im Winter 2019/2020 erstmals seit Aufzeichnungsbeginn keinen einzigen Eistag.

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Ein Thermometer ist in einer Fluss- und Wiesenlandschaft an einem Zaun angebracht.

Um wie viel Grad hat sich Deutschland bereits erwärmt?

Seit Beginn der systematischen, flächendeckenden Wetteraufzeichnungen 1881 hat sich die mittlere Temperatur der bodennahen Luft in Deutschland bereits deutlich erwärmt. Laut Daten des Deutschen Wetterdienstes war das aktuelle Jahrzehnt rund 1,9 Grad Celsius wärmer als die ersten Jahrzehnte (1881-1910) der Aufzeichnungen. Die Temperaturen in Deutschland sind damit deutlich stärker gestiegen als im weltweiten Durchschnitt.

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Ein Sandweg, der durch einer Düne führt bis hin zum Meer.

Wie sehr steigt der Meeresspiegel an?

Seit dem Jahr 1900 sind die Meeresspiegel im weltweiten Durchschnitt bereits um rund 16 Zentimeter gestiegen, allein seit Beginn globaler Messungen per Satellit 1993 nahmen sie um etwa 9 Zentimeter zu. Seit 2006 beträgt die Anstiegsrate jährlich rund 3,6 Millimeter (also rund 3,6 Zentimeter pro Jahrzehnt), mehr als doppelt so viel wie zuvor. Ursache dieser Beschleunigung ist die immer stärkere Schmelze der Eispanzer in Grönland und der Antarktis.

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In einem Tal gelegener Gebirgsgletscher. Im Vordergrund liegt ein Gebirgssee.

Wie wirkt sich der Klimawandel auf das Festlandeis und die Gletscher aus?

Der Eispanzer auf Grönland schwindet jedes Jahr um mehr als 250 Milliarden Tonnen. Dies trägt seit 2006 mit mehr als 7 Millimetern pro Jahrzehnt zum Anstieg der durchschnittlichen globalen Meeresspiegelhöhe bei. Das Tempo des Eisverlusts auf Grönland hat sich in den vergangenen Jahren stark beschleunigt. Zwischen 1981 und 2010 schmolz es im Juni und Juli an rund 15 Prozent der grönländischen Eisoberfläche, im Juni und Juli 2020 bereits an rund 25 Prozent. Teile des antarktischen Eispanzers zeigen ebenfalls starke Verluste, dort gehen seit 2006 etwa 150 Milliarden Tonnen Eismasse pro Jahr verloren (Beitrag zum Meeresspiegelanstieg: rund 4 Millimeter pro Jahrzehnt).

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