Projekt: Infektionskrankheiten und Allergien

Beteiligte Zentren: HZI, UFZ, HGMU

Kontakt: S. Castell, H-H. Thulke, C. Traidl-Hoffmann

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Infektionskrankheiten, die beispielsweise durch Zecken übertragen werden, sowie pollenbedingte Allergien werden derzeit in der Fachliteratur als Folgen des Klimawandels verstanden. Diese Annahme beruht jedoch bislang lediglich auf wenigen Beispielen und eignet sich damit nur bedingt für die Prognose und künftige Präventionsstrategien. Das Projekt „Infektionskrankheiten und Allergien“ konzentriert sich deshalb auf klimaspezifische Präventionsstrategien, die aus ökologisch eindeutigen Daten und aus Systemmodellierungen abgeleitet werden. Einerseits werden dazu künftige Entwicklungen einer klimasensitiven Infektionskrankheit modelliert, nämlich der zeckenübertragenen Borreliose. Andererseits werden zeitlich-räumliche Prognosemodelle zu Pollen und Sporen erstellt. Zudem wird der Zusammenhang zwischen Gewittern und Asthmaanfällen untersucht.

Wir nutzen dazu den Input aus anderen Projekten der Helmholtz-Klima-Initiative: "Drivers" (Klimaindikatoren) und "Urban flash flood and sewerage" (Gewitter-Vorabschätzungen). Wir werden eng mit GERICS und dem DLR zusammenarbeiten. Das auf Borreliose konzentrierte Teilprojekt wird serologische Daten aus dem Projekt "Gesundheit in NAKO & Rheinland" und Expositionsrisikokarten auf Grundlage ökologisch prognostizierter Häufigkeitsmodelle für unterschiedliche Klimaszenarien (30, 50, 80 Jahre) einbeziehen. In Bezug auf Allergien analysieren wir rückblickend (20 Jahre) Pollen-Daten für Europa und Sporen-Daten für Bayern (Deutschland). Pollensaison-Indizes (z.B. Dauer und Intensität) werden für über 40 Orte in Europa untersucht. Diese Datensätze untersuchen wir im Zusammenhang mit den aktuellen jährlichen Veränderungen der Höchst- und Mindesttemperatur im Zusammenhang mit dem vom Menschen verursachten Klimawandel. Unser Ziel ist ein prozessorientiertes Verständnis für die klimaabhängige Dynamik von Borreliose-Expositionsrisiken in Naturlandschaften.