Negative Emissionen: Umstrittene Instrumente der Klimapolitik

Negative Emissionen: Umstrittene Instrumente der Klimapolitik

Um die Klimaziele von Paris zu erreichen, muss die Menschheit die Emission von Treibhausgasen massiv reduzieren. Zusätzlich wird über die Notwendigkeit sogenannter „Negativemissionstechnologien“ diskutiert. Welche rechtliche und ökonomische Rolle diese Technologien in der internationalen Klimapolitik spielen, hat jetzt ein Autorenteam des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ) in Leipzig im Rahmen der Helmholtz-Klima-Initiative untersucht.

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Die Mehrheit der Wissenschaftler gehe derzeit davon aus, dass NETs keine gleichwertige Alternative zur Vermeidung von Emissionen sind. Die meisten NETs seien auch noch in einem frühen Entwicklungsstadium. Das spiegele sich auch im geltenden Recht wider, etwa der Klimarahmenkonvention oder dem Pariser Übereinkommen. Dort seien NETs nur unzureichend erfasst. Maßnahmen, mit denen bereits die Entstehung von Emissionen vermieden werden könne, würden dort bislang priorisiert.

Aus Sicht der Autoren spricht nichts gegen den Einsatz von NETs schon heute, sofern ihre Umweltverträglichkeit nachgewiesen ist. NETs als unterstützende Maßnahme müssen dafür jedoch dringend weiter erforscht werden, und zwar nicht nur technisch, sondern auch hinsichtlich der Rolle staatlicher und privater Akteure sowie der rechtlichen Einbindung.

Kontakt zu den Autoren:
Prof. Dr. Erik Gawel, erik.gawel@ufz.de
PD Dr. Till Markus, till.markus@ufz.de

Kontakt für die Presse:
Roland Koch
Mail: roland.koch@helmholtz-klima.de
Mobil: +49 160 90 10 83 14

Über die Helmholtz-Klima-Initiative
Die Helmholtz-Klima-Initiative erforscht systemische Lösungen für eine der größten gesellschaftlichen Herausforderungen unserer Zeit: den Klimawandel. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus 15 Helmholtz-Zentren entwickeln gemeinsam Strategien zur Eindämmung von Emissionen und zur Anpassung an unvermeidliche Klimafolgen - mit dem Fokus auf Deutschland: Das Cluster I „Mitigation – Netto-Null-2050“ erarbeitet Beiträge zu einer Roadmap, die zeigt, wie Deutschland bis zum Jahr 2050 seine Kohlendioxid-Emissionen auf Netto Null reduzieren könnte. Das Cluster II „Adaptation“ untersucht Anpassungsmöglichkeiten in Lebensbereichen, die vom Klimawandel betroffen sind, wie Gesundheit, Landwirtschaft, Energieversorgung oder Verkehr. Die Helmholtz-Klima-Initiative stellt vielen gesellschaftlichen Bereichen wissen-schaftlich basiertes Wissen zur Verfügung und tritt mit Verantwortlichen aus Politik, Wirtschaft und Medien sowie der interessierten Öffentlichkeit in den Dialog.