Dr.
Anna Irrgang
Anna Irrgang ist Permafrostforscherin am Alfred-Wegener-Institut (AWI), Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung und Executive Director des Global Terrestrial Network for Permafrost (GTN-P). Das internationale Netzwerk koordiniert die langfristige Beobachtung von Permafrost und ermöglicht, Veränderungen des gefrorenen Untergrunds weltweit zu erfassen und ihre Bedeutung für den Klimawandel zu untersuchen.
In ihrer Forschung beschäftigt sie sich mit den Auswirkungen der Erderwärmung auf Permafrostgebiete, insbesondere in arktischen Küstenregionen. Dabei untersucht sie unter anderem Küstenerosion, Landschaftsveränderungen und den Transport von Kohlenstoff und Sedimenten vom Land ins Meer. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Entwicklung internationaler Beobachtungsnetzwerke, der Qualität und Zugänglichkeit von Forschungsdaten sowie der Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft, internationalen Organisationen und lokalen Gemeinschaften.
Anna Irrgang steht für Gespräche, Interviews oder Anhörungen zu folgenden Themen zur Verfügung:
- Permafrost und Klimawandel
- Arktische Küstendynamik und Küstenerosion
- Stofftransport zwischen Land und Meer
- Internationale Langzeitbeobachtung von Permafrost
- Forschungsdatenmanagement und Open Science
- Internationale wissenschaftliche Zusammenarbeit
- Partizipative Forschung und lokales sowie indigenes Wissen
Permafrost ist dauerhaft gefrorener Untergrund und spielt eine wichtige Rolle im Klimasystem. Durch die globale Erwärmung verändern sich Permafrostgebiete mit Folgen für Landschaften, Küsten und den globalen Kohlenstoffkreislauf. Anna Irrgang erforscht diese Veränderungen am Alfred-Wegener-Institut (AWI), Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung, und setzt sich für eine langfristige, international koordinierte Beobachtung von Permafrost ein.
Als Executive Director des Global Terrestrial Network for Permafrost (GTN-P) koordiniert sie ein internationales Netzwerk, in dem Forschende aus zahlreichen Ländern Daten zum Zustand des Permafrosts sammeln und auswerten. Ziel ist es, Veränderungen über längere Zeiträume vergleichbar zu machen und damit eine verlässliche Grundlage für die Klimaforschung bereitzustellen. Unter ihrer Mitwirkung wurde auch die Dateninfrastruktur des Netzwerks am AWI weiterentwickelt. Über die frei zugängliche Plattform können Nutzer:innen Permafrostdaten recherchieren, filtern und visualisieren.
Als Küstengeomorphologin beschäftigt sich Irrgang außerdem mit den Veränderungen arktischer Küstenlandschaften. Sie untersucht, wie Permafrost, Land und Meer zusammenwirken, wie Küstenerosion Landschaften verändert und wie organischer Kohlenstoff und Sedimente vom Land in marine Ökosysteme gelangen.
Neben ihrer Forschung engagiert sie sich in internationalen Initiativen zur Beobachtung der Kryosphäre und zur Weiterentwicklung offener Forschungsdateninfrastrukturen. Dazu gehören ihre Mitarbeit in der Beratungsgruppe der World Meteorological Organization (WMO) Global Cryosphere Watch und ihre Rolle als Associate Lead einer Arbeitsgruppe des UNESCO-Programms Decade of Action for Cryospheric Sciences (DACS). Ein Anliegen ihrer Arbeit ist es, internationale wissenschaftliche Zusammenarbeit zu stärken und die Permafrostforschung mit den Perspektiven und Bedürfnissen lokaler und indigener Gemeinschaften zu verbinden.
- seit 2017 Postdoktorandin, Alfred-Wegener-Institut (AWI), Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung
- 2014-2017 Promotion in Geowissenschaften, Universität Potsdam
- 2010-2013 Master of Science Geographie, Christian-Albrechts-Universität Kiel
- 2007-2010 Bachelor of Science Geographie, Philipps-Universität Marburg
Gremien und Mitarbeit (Auswahl)
- seit 2018 Mitglied Advisory Group der WMO Global Cryosphere Watch
- seit 2026 Associate Lead der Arbeitsgruppe 1 des UNESCO-Programms Decade of Action for Cryospheric Sciences (DACS)