Aktuelles
02.07.2026

KLIMA Lunch | Umwelt- und Klimaschutz als entscheidende Sicherheitsfaktoren der Zukunft

Publikum KLIMA Lunch
Publikum KLIMA Lunch

Beim KLIMA Lunch der Dialog-Plattform Helmholtz KLIMA kamen 22 Mitarbeiter:innen und Referent:innen des Deutschen Bundestages sowie aus Bundesministerien mit Expertinnen des Wissenschaftlichen Beirats der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen (WBGU) ins Gespräch. Im Zentrum stand das aktuelle Teilgutachten des WBGU „Umwelt prägt Sicherheit“.

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Weshalb sind Klima- und Umweltschutz so wichtig beim Aufbau einer multidimensionalen Sicherheitsarchitektur? Welchen Beitrag kann der Erhalt der natürlichen Lebensgrundlagen zur Sicherheitspolitik leisten, auf ziviler wie militärischer Ebene, national und über Ländergrenzen hinweg? Wie können natürliche Infrastrukturen zum Zivil- und Bevölkerungsschutz beitragen? Zudem ging es um menschliche Sicherheit: Biologische Vielfalt kann die Gesundheit jedes einzelnen verbessern – und damit die Resilienz der gesamten Gesellschaft erhöhen.

Als Expertinnen begrüßten wir Prof. Dr. Aletta Bonn und Prof. Dr. Sabine Schlacke, zwei der Leitautorinnen des WBGU-Teilgutachtens „Umwelt prägt Sicherheit“, das am 26. Juni 2026 veröffentlicht wurde. Im Fokus steht hier die ökologische Dimension integrierter Sicherheit, genauer um den Schutz vor Klimawandel, Biodiversitätsverlust und Verschmutzung zur Wahrung unserer Lebensgrundlagen.

Prof. Dr. Aletta Bonn ist Professorin für Ökosystemleistungen an der Friedrich-Schiller-Universität Jena und Leiterin der Abteilung für Biodiversitätsforschung am Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung - UFZ im Rahmen des Deutschen Zentrums für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv) Halle-Jena-Leipzig. Sie untersucht insbesondere, wie Biodiversität, Landschaften und Ökosysteme gesellschaftliche Resilienz, Gesundheit und Lebensqualität beeinflussen.

Zur Frage weshalb Klima- und Umweltschutz so wichtig beim Aufbau einer multidimensionalen Sicherheitsarchitektur sind, ist ihre zentrale Botschaft:

Expertise

“Gefährliche Hitzetage und Extremwetter-Ereignisse werden häufiger. Dadurch wird die Bewohnbarkeit von Landschaften und unserer Städte gefährdet. Investitionen in konsequenten Klimaschutz und der Schutz unserer natürlichen Infrastruktur durch kühlende Bäume, Moore und Auen sind Daseinsvorsorge und aktiver Bevölkerungsschutz. Sie sichern unsere Gesundheit.

Naturschutz kann außerdem Menschen lokal zusammenbringen und gesellschaftlichen Frieden fördern.”

Aletta Bonn

Prof. Dr. Aletta Bonn
Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung - UFZ

Prof. Dr. Sabine Schlacke ist Inhaberin des Lehrstuhls für Öffentliches Recht, Verwaltungs- und Umweltrecht der Universität Greifswald und ist geschäftsführende Direktorin des Instituts für Energie-, Umwelt- und Seerecht (IfEUS). Sie forscht zu den rechtlichen und politischen Grundlagen der ökologischen Transformation – insbesondere an der Schnittstelle von Umweltrecht, Klimaschutz, Energiepolitik und Nachhaltigkeit. Sie macht de Bedeutung der natürlichen Infrastruktur deutlich:

“Natürliche Infrastruktur ist Bevölkerungsschutz. Katastrophenschutz dient nicht nur der Abwehr akuter Notsituationen, sondern auch langandauernder Krisen wie dem Klimawandel. Ökosysteme, wie Wälder und Moore sind sicherheitspolitisch relevant: Ihre Wiederherstellung und Erhaltung sollten priorisiert werden. Ihnen ist ebenso ein überragendes öffentliches Interesse gesetzlich zuzuweisen, wie aktuell der grauen Infrastruktur – Straße, Schienen- und Wasserwege, Bundeswehrinfrastruktur. Nur so kann eine Schieflage zu Lasten der natürlichen Infrastruktur verhindert werden.”

Sabine Schlacke

Prof. Dr. Sabine Schlacke
Universität Greifswald

Unter den Gästen war auch Eckart von Hirschhausen – und hat als Geschäftsführer der Stiftung Gesunde Erde - Gesunde Menschen auf die gesundheitliche Dimension des Themas verwiesen.