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Ist nicht doch die veränderte Sonnenstrahlung der Grund für den derzeitigen Klimawandel?

Nein. Das Klima wird von vielen Faktoren beeinflusst, die Änderung der Sonnenstrahlung ist dabei nicht der wesentliche Faktor der aktuellen Klimaänderung. Nach aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen wurde der größte Teil der globalen Erwärmung in den letzten 50 Jahren durch den Anstieg der Treibhausgase in der Atmosphäre verursacht.

Änderungen der Sonnenstrahlung in sehr unterschiedlichen Zeiträumen sind zwar eine wichtige, aber nicht die einzige Ursache für den Klimaänderungen. Die Leuchtkraft der Sonne ändert sich in sehr langen, mittelfristigen und auch in sehr kurzen Zeiträumen. Im Laufe ihrer Existenz dehnt sie sich aus und wird immer heißer. Daher nehmen die Leuchtkraft und der solare Energiestrom langfristig immer weiter zu. Neben dieser Veränderung über Milliarden von Jahren schwankt die Sonnenstrahlung aber auch über kürzere Zeiträume. Wissenschaftler*innen haben Zyklen gefunden, die von Jahrzehnten bis zu mehreren Jahrtausenden reichen.

Die dominanten Perioden der Erdbahnzyklen, Milankovitch-Zyklen genannt, betragen 23.000, 41.000, 100.00 und 400.000 Jahre. Sie treten in den meisten langen Klimazeitreihen deutlich hervor. Nach heutigem Kenntnisstand verursachten sie die periodisch wiederkehrenden Eiszeiten. Über lange Zeiträume hinweg können also Änderungen der Leuchtkraft der Sonne eine große Rolle spielen.

Verschiedene Simulationen mit Klimamodellen zeigen aber auch, dass der größte Teil der globalen Erwärmung in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts durch natürliche Faktoren verursacht wurde. In den Modellen wurden Beobachtungsdaten und alle bekannten Einflüsse auf das Klima (solare Energieflüsse, Treibhausgaskonzentrationen, Vulkanausbrüche und Aerosolkonzentrationen) berücksichtigt. Den größten Beitrag zur globalen Erwärmung hatte von den natürlichen Faktoren, die in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts dominierten, tatsächlich der Anstieg des solaren Energieflusses. Diese Studien zeigen aber weiter, dass im späten 20. und frühen 21. Jahrhundert die steigenden Treibhausgaskonzentrationen in der Atmosphäre der Hauptgrund der globalen Erwärmung waren, nicht die Sonne.

Seit den 1970er Jahren messen Satelliten die Sonnenstrahlung mit hoher Genauigkeit – und konnten keinen Anstieg mehr feststellen. Doch die globale Temperatur steigt seitdem weiterhin um etwa 0,2 Grad pro Jahrzehnt an. Die überwiegende Mehrheit der Klimawissenschaftler*innen ist sich daher einig, dass der derzeitige Temperaturanstieg nicht durch die Sonne, sondern durch die von den Menschen produzierten Treibhausgase verursacht ist.

 

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