Roland Koch

EN Die Mischung macht’s

Der Wald ist ein einzigartiger und wichtiger Lebensraum für Mensch und Tier. Knapp ein Drittel der Erdoberfläche ist von Wäldern bedeckt. Auch in Deutschland ist es rund ein Drittel der Landfläche: 11,4 Millionen Hektar. Doch es steht derzeit nicht gut um den Wald. Das sich verändernde Klima setzt ihm mächtig zu. Andreas Huth und Friedrich Bohn erforschen, wie Wälder am besten auf künftige Extreme

Share article

Die grünen Blätter wiegen sich im Wind

Der Wald ist ein einzigartiger und wichtiger Lebensraum für Mensch und Tier. Knapp ein Drittel der Erdoberfläche ist von Wäldern bedeckt. Auch in Deutschland ist es rund ein Drittel der Landfläche: 11,4 Millionen Hektar. Doch es steht derzeit nicht gut um den Wald. Das sich verändernde Klima setzt ihm mächtig zu. Andreas Huth und Friedrich Bohn erforschen, wie Wälder am besten auf künftige Extremereignisse vorbereitet werden können.

Für uns Menschen haben Wälder viele wichtige Funktionen. Sie liefern den Rohstoff Holz, sind Lebensraum für viele Tierarten, bieten Erholungsräume für den Menschen. Sie sind aber auch ein bedeutendes Element im Kohlenstoffkreislauf: Sie fangen rund 20 Prozent der vom Menschen verursachten Emissionen auf. Von den rund 10 Milliarden Tonnen Kohlenstoff, die Menschen weltweit mit ihren Fabriken, Kraftwerken oder Autos Jahr für Jahr ausstoßen, werden damit rund 2 Milliarden Tonnen von Wäldern durch ihr Wachstum kompensiert. Wenn der Wald durch den Klimawandel geschädigt wird, verringert sich diese Funktion. Extreme Klimaereignisse wie Dürren sowie damit einhergehender Insektenbefall und Krankheiten belasten den Baumbestand massiv.

1024x1024
1024x1024
©
S. Wiedling

Um Möglichkeiten zu entwickeln, dem entgegenzuwirken, arbeitet die Gruppe von Andreas Huth und Friedrich Bohn vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) am Waldmodell FORMIND. Damit können sie den Bestand und die Entwicklung von Wäldern weltweit dynamisch abbilden. Im Rahmen der Helmholtz-Klima-Initiative werden sie zeigen, wie sich Waldsysteme im nächsten Jahrhundert an Klimaänderungen anpassen sollten und mit welchen Strategien die Forstwirtschaft dies leisten kann.

1024x1024
1024x1024
©
S. Wiedling

Doch FORMIND kann noch mehr. Es ist ein wichtiges Werkzeug, mit dem die Wissenschaftler große virtuelle Waldinventuren erstellen. Sie untersuchen die Wälder damit systematisch und simulieren unterschiedliche Waldnutzungen. „Wir arbeiten nach dem Forest Factory Ansatz, damit können wir über 500.000 am Computer zusammengesetzte Wälder testen und dann schauen, wie sich ihre Struktur und ihr Wachstum verändern, wenn wir zum Beispiel die Temperatur erhöhen“, sagt Huth. „Dabei achten wir vor allem auf die Sensitivität, also darauf, wie empfindlich Wälder etwa auf Wärme, Trockenheit oder Dürre reagieren“, ergänzt Friedrich Bohn, wissenschaftlicher Mitarbeiter in Huths Forschungsgruppe. „Aus diesen Daten können wir dann einerseits ableiten, wie sich bestehende Wälder unter veränderten Klimabedingungen entwickeln werden. Andererseits können wir Empfehlungen für den Anbau und die Pflege zukünftiger Wälder aussprechen.“

Eine wichtige Empfehlung der Wissenschaftler lautet beispielsweise: „Für die Baumarten gilt: Weg von Monokulturen! Durchmischte Wälder sind deutlich resistenter gegen schädliche Einflüsse“, betont Huth. „Schadinsekten sind oft spezialisiert auf eine Baumart. Mischwälder bieten ihm also weniger Angriffsfläche.“ Deshalb entwickelt sein Team Managementstrategien für Wälder, die heterogen strukturiert sind, da diese besser mit veränderten Klimabedingungen umgehen können. „Moderne Forststrategien sollten den Wald nicht nur als schnelle Produktionsstätte für Holz sehen, sondern auch eine stabile, kontinuierliche  Produktion, die Biomassenspeicherung und den Schutz der Biodiversität im Blick haben“, so Bohn. Allerdings: „Es muss es auch darum gehen, Kohlenstoffemissionen zu reduzieren, um zu starke Klimaänderungen zu vermeiden und unsere Wälder zu schützen.“ Für den Themenbereich „Adaptation“ der Helmholtz-Klima-Initiative wollen Huth und Bohn das Modell FORMIND für Europa und besonders Deutschland anpassen:

    • Lorem ipsum dolor sit amet, consectetuer adipiscing elit
    • Aenean commodo ligula eget dolor
    • Cum sociis natoque penatibus et magnis dis parturient montes
    • Nascetur ridiculus mus

Lorem ipsum dolor sit amet, consectetuer adipiscing elit. Aenean commodo ligula eget dolor. Aenean massa. Cum sociis natoque penatibus et magnis dis parturient montes, nascetur ridiculus mus.

Für Huths Team geht es zunächst nicht darum, den Waldbestand als Kohlenstoffsenken auszubauen, sondern vielmehr darum, den aktuellen Waldbestand zu erhalten. Ihre Simulationen zeigen, dass es in Zukunft auch Szenarien geben könnte, in denen Bäume keinen Kohlenstoff mehr speichern: „Wir müssen sicherstellen, dass die Kohlenstoffmengen, die europäische Wälder jetzt speichern, auch unter veränderten Klimabedingungen erhalten bleiben.“